Aktiver Kinderschutz

SPORT - Aktiv im Kinderschutz

– wir sind es und würden uns freuen,
wenn auch Sie diesem Thema jetzt ein paar Minuten
Aufmerksamkeit schenken
und sich damit ein wenig sensibilisieren lassen!

 

Sexuelle Gewalt und sexuelle Übergriffe waren seit 2010, also kurz nach Bekanntwerden der Übergriffe in Internaten und kirchlichen Einrichtungen, DAS Thema in der Öffentlichkeit. Auch Sportverbände konnten und wollten sich davon nicht ausschließen. Unterschiedliche Landesverbände haben unterschiedliche Konzepte erarbeitet, um ihre Sportler möglichst umfänglich zu schützen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung und der LSV haben die Kampagne „Aktiver Kinderschutz im Sport“ gestartet - mit dem EMTV als erstem von mittlerweile vielen Vereinen, die sich für eine Kompaktqualifizierung entschieden haben.

Damit wurde in unserem Verein der Grundstein für dieses sensible Thema gelegt.

Muss denn das Thema im Sportverein sein ???

Nach fast 10 Jahren recht intensiver Arbeit an diesem Thema wissen wir, dass nicht „sexuelle Gewalt“ allein das

Thema ist, an dem es zu arbeiten gilt. Vielmehr wollen wir die Kinder und jungen Menschen, die in den Vereinen ihren Sport ausüben wollen, sehr viel umfangreicher schützen! Mobbing, Sexting, Übergriffe, sexueller Missbrauch und Gewalt mit all ihren unterschiedlichen Varianten sind wichtige Themenfelder, bei denen Sport im Positiven wie im Negativen eine Plattform bietet.

So schwer, wie es auch zu akzeptieren ist: gegen gezielte kriminelle Energie sind auch bei bester Präventionsarbeit Sportvereine und deren Mitglieder nicht geschützt – aber:

-       Wir können und wollen es jedem potentiellen Täter so schwer wie möglich machen, den Vertrauens- und Schutzraum SPORT anzugreifen!

-       Wir können und wollen unsere Kinder STARK MACHEN!

-       Wir können und wollen HINSCHAUEN; was in unserem Verein passiert!

-       Wir kennen und achten die Kinderrechte und sind auf den Interventionsfall vorbereitet!

Warum ist Sport anfällig ?

Die Strukturen in Sportvereinen sind meist vom Ehrenamt getragen. Wir müssen uns aufeinander verlassen, einander vertrauen. Hier gilt es, alles Mögliche zu tun, damit das Vertrauen nicht oder nur schwerstmöglich von berechnenden Tätern ausgenutzt werden kann.

  • Körperkontakt bei Hilfestellungen
  • Umkleide- / Duschsituationen
  • Gemeinsame Autofahrten, die vertrauliche Situationen hervorrufen
  • Übernachtungen
  • Emotionale Nähe und Abhängigkeiten

Situationen also, die ausgenutzt oder missbraucht werden können von denen, die es darauf anlegen.

Die Täter, die Kinder missbrauchen, sind nur selten die ekelhaften, abstoßenden Kerle, die ihre Opfer in einem Überraschungsangriff ins Gebüsch zerren, sondern zu einem erschreckend hohen Anteil Freunde, Bekannte und Verwandte. Es ist davon auszugehen, dass sich Täterinnen und Täter in allen Gesellschaftsschichten und –kreisen finden, also potentiell auch in Sportvereinen.

Was bedeutet „sexualisierte Gewalt“

Der Begriff der „sexualisierten Gewalt“ hat sich in den letzten Jahren in der Fachöffentlichkeit durchgesetzt und schließt allgemein bekannte Begriffe wie „sexuelle Übergriffe“ oder „sexuellen Missbrauch“ ein. Insbesondere der Begriff „Missbrauch“ impliziert nach Ansicht von Fachleuten, dass es auch einen „sachgemäßen Gebrauch“ von Kindern und Jugendlichen gibt. Die neutrale Formulierung „sexualisierte Gewalt“ wirkt einer solchen falschen Auslegung nachhaltig entgegen.

„Sexualisierte Gewalt“ liegt immer dann vor, wenn ein Erwachsener oder Jugendlicher oder auch Kinder untereinander ein Kind dazu benutzt, die eigenen Bedürfnisse mittels sexualisierter Gewalt auszuleben. In vielen Fällen sexueller Übergriffe steht allerdings nicht die sexuelle Befriedigung im Vordergrund, sondern die missbräuchliche Ausübung von Macht.
Dies kann durch Worte, Gesten, Bilder oder Handlungen mit oder ohne direkten Körperkontakt geschehen. Täter und Täterinnen nutzen die eigene Machtposition und die Abhängigkeit der Betroffenen, ignorieren deren Grenzen und sind den Betroffenen meist bekannt. Sie sehen ihr Gegenüber nur als Objekt.

Schutzauftrag

Die aktuellen Kinderschutz-Gesetze verlangen von allen Trägern der Jugendarbeit konkrete Maßnahmen zum Schutz, zur Intervention und zur Prävention, denen der EMTV gern und vollumfänglich nachkommt. Das vom EMTV erarbeitete Schutzkonzept beinhaltet ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das immer weiter überarbeitet und erweitert wird. Wir bemühen uns nach Kräften, die uns anvertrauten Kinder nicht nur zu schützen, sondern das Kindeswohl zu fördern, damit Sport auch weiterhin mit Freude und Spaß verbunden bleibt!

„Im Fall des Falles…“

Im konkreten Verdachtsfall ist das oberste Gebot:    RUHE  BEWAHREN !!!

·       Dem Kind / Jugendlichen zuhören und Glauben schenken und keine Versprechen machen, die nicht eingehalten werden können (ich erzähle niemandem davon …)

·       Aussagen und Situationen protokollieren

·       Kontakt zu Ansprechpartnern aufnehmen und das weitere Vorgehen absprechen

 

Wir möchten durch unser Schutzkonzept und die Aufmerksamkeit unserer Übungsleiter es potentiellen Tätern schwerstmöglich machen, den EMTV zum Tatort zu machen!